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Karneval im domradio

Wie in den vergangenen Jahren auch, erwartet unsere Hörer zum Karneval an Rhein und Ruhr eine stimmungsvolle Kamelle nach der anderen. Getreu dem diesjährigen Motto des Kölner Rosenmontagszuges „Jeschenke für Kölle - uns Kulturkamelle", beschenken wir Sie mit einem bunten und „leckeren" Programm zum Genießen.


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Schunkeln im Nieselregen

Rosenmontagszüge im Rheinland - auch Kardinal Meisner wird satirisch gewürdigt

Auch Nieselregen und unangenehmer frischer Wind hat den Jecken im Rheinland nicht den Spaß an den Rosenmontagszügen verderben können. Über Lautsprecher heizten Narren mit „Helau!“-Rufen die Stimmung in der Düsseldorfer Altstadt an. Fest in Jeckenhand war die Kölner Innenstadt ebenfalls schon frühzeitig. In beiden Umzügen wurde auch der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner satirisch gewürdigt. - Schauen Sie sich die schönsten Bilder in der domradio-Bildergalerie an.

Auch Nieselregen und unangenehmer frischer Wind hat den Jecken im Rheinland nicht den Spaß an den Rosenmontagszügen verderben können. Über Lautsprecher heizten Narren mit „Helau!“-Rufen die Stimmung in der Düsseldorfer Altstadt an, die schon am frühen Morgen „rappelvoll“ war. Fest in Jeckenhand war die Kölner Innenstadt ebenfalls schon frühzeitig, auch wenn an einigen Stellen der Zugstrecke ungewohnte Lücken zu entdecken waren. Viele der geschätzten 1,2 Millionen Zuschauer hatten sich rechtzeitig ein trockenes Plätzchen gesucht. Dort wurden die Lautsprecherboxen mit den Sessionshits noch weiter aufgedreht und auch die ambulanten Getränkehändler verzeichneten gute Umsätze.

„Mit lecker Kölsch und lecker Mädchen macht uns doch der Regen nichts aus“, verkündete ein verwegener Freibeuter am Kölner Wallrafplatz und auch eine mit frischen Gurken- und Zucchini geschmückte „Gartenfreundin“ wusste dem Wetter zu trotzen: „Wir schunkeln und bützen (küssen) uns warm“. Leichte Regen-Capes und gehäkelte Kölsch-Glashalter waren dennoch ein Renner an der Zugstrecke.

Erstmals haben die in inniger Abneigung verbundenen Nachbarstädte Köln und Düsseldorf Wagen für den Rosenmontagszug ausgetauscht. So bescheinigten die Jecken aus der Landeshauptstadt ihren rheinischen Konkurrenten Größenwahn, weil ein aufgeblähter Kölscher seine Heimatstadt für die einzig wahre Karnevalshochburg hält.

Wenig Respekt zeigt auch der Kölner Wagen, der im Düsseldorfer Umzug mitfuhr. Er präsentierte einen kölschen Affen, der in einer grotesk aufgebrezelten Düsseldorferin prompt eine Artgenossin zu erkennen glaubt.

Kardinal Meisner und das Richter-Fenster
In beiden Umzügen wurde auch der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner satirisch gewürdigt. Während er auf einem Düsseldorfer Persiflage Wagen mit beachtlicher Präzision in jedes verfügbares Fettnäpfchen hüpfte, beschäftigten sich die Kölner mit Meisner bekannter Abneigung gegen das neue, von Gerhard Richter gestaltete Dom-Fenster. Prompt kleideten die Wagenbauer den Kardinal in eine Robe mit dem markanten Muster des Fensters und drücken ihm eine Steinschleuder in die Hand. Diese, so ist dem Festwagen zu entnehmen, hat an dem vieldiskutierten Fenster bereits Wirkung erzielt.

Deutlicher als in den Vorjahren machen die Kölner Jecken politische Aussagen. Als Kompromiss im Moschee-Streit schlagen sie vor, die Dom Türme zum Minaretten zu machen, dazu kommt eine klare Absage gegen die Rechtspopulisten der sogenannten Bürgerbewegung Pro Köln. Auch trugen viele der organisierten Jecken schwarze Pappnasen, um gegen die von der rot-grünen Stadtratsmehrheit durchgesetzte Abschaffung der populären Volkssitzung zu protestieren.

„Ich hab den Islam ganz doll lieb“
Auch die Düsseldorfer Narren nahmen in Sachen Politik kein Blatt vor den Mund - und blicken dabei über den nordrhein-westfälischen Tellerrand hinaus nach Hessen: Da ist ein Wagen mit dem derzeit noch amtierenden hessischen Regierungschef Roland Koch (CDU) als Motiv. Koch hält seinen eigenen Kopf am Schopf und verkündet: „Ich bleibe Ministerpräsident.“ Grünen-Chefin Claudia Roth wurde als Muslimin dargestellt, die ein Schild hochhält mit der Aufschrift „Ich hab den Islam ganz doll lieb“.

Und auch der US-Wahlkampf bleibt beim Düsseldorfer Rosenmontagszug unter dem Motto „Mer kann och alles överdriewe!“ (Man kann auch alles übertreiben) nicht außen vor: Eine - klein dargestellte - Bulldogge namens Barack Obama beißt der in ein rosafarbenes Kostüm gewandeten - groß dargestellten - Hillary Clinton ins Hinterteil. Sogar Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden wurde auf einem der insgesamt 68 Düsseldorfer Wagen dargestellt - in einer Wanne liegend und als „Osama Bin Baden“ verspottet.

Von den ddp-Korrespondenten Sabine Meuter und Markus Peters