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Nachrichten-Ticker

1.10.2007

Argumente für und gegen Gott

Manfred Lütz stellt im domradio neues Buch vor

„Gott - Eine kleine Geschichte des Größten“ - mit seinem neuen Buch will Manfred Lütz nicht theologisch dozieren, sondern „wider schlampigen Atheismus und frömmelnden Glauben“ unterhalten. Der Psychotherapeut, Arzt und Theologe ließ das Werk von einem atheistischen Metzger wie von einem Theologieprofessor lesen. „Beide haben´s verstanden“, sagt er im domradio-Interview.

Lütz selbst beschreibt sein Buch als „locker und humorvoll“. Durch ein Buch komme man jedoch nicht unbedingt zum Glauben, erklärt Lütz. Am Schluss müsse sich jeder selbst fragen, wie es um den persönlichen Glauben steht. „Was ich hoffe ist, dass ein Atheist nach dem Lesen ein wenig nachdenklicher wird und der Welt offener begegnet“, sagt Lütz.

Wenn man immer nur in dieser „Feier-Stimmung so pathetisch“ von Gott rede, komme man damit nicht mehr zu den Menschen durch, so Lütz. Gott sei schließlich ein Thema, dass niemandem aufgezwungen werden müsse. „Das ist in jedem Menschen schon da“, sagt Lütz. „Aber man muss in einer Sprache reden, die auch jeder verstehen kann“. Die Frage nach Gott sei keine Frage für Spezialisten, davon ist Lütz überzeugt.

Merz und Gysi über Gott
Für die Vorstellung der „kleinen Geschichte des Größten“ in der Bundespressekonferenz vor zwei Wochen hatte sich Lütz den Christdemokraten Friedrich Merz und Links-Fraktionschef und Atheist Gregor Gysi ausgesucht. Beide sind sie Rechtsanwälte und gehören zu den besten Rednern in der deutschen Politik. „Glauben muss man einfach respektieren“, so Gysi. Eine gottlose Gesellschaft heute sei eine wertelose Gesellschaft, findet Gysi. Er habe keinen Anti-Bezug zur Kirche, sagt er. Zur Religion gefunden habe er aber auch noch nicht. „Dann müssen wir dafür sorgen, dass der Glaube zu Leuten wie Grgor Gysi kommt, indem wir ihn in Worte fassen und überzeugend handeln“, so Lütz.

Ganz anders der Katholik Merz. Für ihn ist der christliche Glaube ein Maßstab in der politischen Arbeit, auch wenn man beides nie vollständig zur Deckung bringen könne. Die Politik sei nicht die Fortsetzung des Gottesdienstes vom Sonntagmorgen.

„Gott - Eine kleine Geschichte des Größten“ ist im Pattloch-Verlag erschienen und kostet 19,95 Euro.

(dr)


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