31.3.2008
Muslime überholen Katholiken
Neues aus dem Statistikamt des Vatikans
Auch wenn nur die Zahlen der Christen statistisch beleget sind, der Trend bleibt: Weltweit gibt es inzwischen deutlich mehr Muslime als Katholiken. Aber auch auch Rom darf sich über Wachstum freuen - überraschend und auf Priesterseite.
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Die Zahl der Muslime ist weltweit inzwischen höher als die der Katholiken. Das bestätigte der Leiter des zentralen kirchlichen Statistikamtes, Vittorio Formenti, am Sonntag in der vatikanischen Tageszeitung „Osservatore Romano“. Danach gab es im Jahr 2006 rund 1,1 Milliarden Katholiken und 1,3 Milliarden Muslime. Damit habe der Anteil der Katholiken an der Weltbevölkerung bei 17,4 und der von Muslimen bei 19,2 Prozent gelegen.
Die Ermittlung der Katholikenzahl werde systematisch mit Fragebögen über die Apostolischen Nuntiaturen in allen 2.789 Kirchenbezirken und bei allen Ordensgemeinschaften durchgeführt, erklärte Formenti. Dagegen stützten sich die Angaben zur Zahl der Muslime auf Schätzungen. Der Anteil der Christen insgesamt an der Weltbevölkerung belaufe sich auf 33 Prozent. Eine Ursache für die Entwicklung sieht der Chef der kirchlichen Statistikbehörde darin, dass in muslimischen Familien generell mehr Kinder als in christlichen geboren würden. Während die Zunahme bei den Katholiken in etwa der Zuwachsrate der Weltbevölkerung entspreche, liege sie bei den Muslimen höher.
Als überraschend und positiv bezeichnete Formenti die Tatsache, dass die Zahl der katholischen Priester wieder ansteige. Während sich noch in den 1970er Jahren weltweit weniger als 70.000 Kandidaten in den Seminaren auf das Priesteramt vorbereitet hätten, seien es heute rund 115.000, so der Geistliche unter Berufung auf die neueste Ausgabe des „Annuario Pontificio“ (Päpstliche Jahrbuch).
(dr,kna)