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30.1.2008

„Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“

Familienministerium lässt religionskritisches Kinderbuch prüfen

Das Bundesfamilienministerium lässt die Indizierung eines religionskritischen Kinderbuchs prüfen. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher am Dienstag auf Anfrage in Berlin. Dabei geht es um das Kinderbuch „Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ (Alibri-Verlag). Der Sprecher sagte, wie in anderen Fällen habe sein Haus eine Anfrage aufgenommen und mit dem Prüfauftrag an die Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften weitergeleitet.

Damit sei aber keine Entscheidung vorweggenommen. Nähere Auskunft wollte der Sprecher unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht geben.

Nach Informationen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) soll es um den Vorwurf des Antisemitismus bei der Darstellung eines Rabbiners gehen. Das Buch von Michael Schmidt-Salomon mit Illustrationen von Helge Nyncke versteht sich als religionskritisches Kinderbuch. „Ein Bilderbuch, das die Religionskritik unverhohlen in die Kinderzimmer bringt, das (religiöses) Judentum, Christentum, Islam schon für Grundschüler verständlich als Wahnsysteme entlarvt!“, heißt es auf der Homepage von Schmidt-Salomon. Die Frage, ob einem religionsfreien Kind etwas fehle, wird aus der Perspektive des weltlichen Humanismus beantwortet: „Und die Moral von der Geschicht: Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht...“ Der Autor ist auch Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung.

Auf der Homepage bezieht der Autor auch bereits zum Vorwurf des Antisemitismus Stellung. Er nehme sich das Recht heraus, „in aller Offenheit jene orthodoxen Juden zu kritisieren, die ebenso wie fundamentalistische Christen und Muslime vom Gotteswahn befallen“ sind, schreibt Schmidt-Salomon. „Mit Antisemitismus hat das selbstverständlich nichts zu tun!“

Kommentare

F.J.Rach schreibt:

31.1.2008, 10:49

Als ich volljährig war, betrachtete ich es oft als eine neue Art von "Freiheit", wenn ich eben NICHT mehr jeden Sonntag zum Gottesdienst ging, wozu mich die Eltern stets eifrig angehalten haben. Heute, mit 40 Jahren, nach vielen Aufs und Abs im Leben, nach zweimaligem Überleben einer Krebserkrankung und mit hoffnungsvollem Blick in die Zukunft weiß ich: das Wertvollste, was meine Eltern mir mitgegeben haben, war und ist der Glaube! Denn wenn alle Welt jemanden verläßt, wenn jede irdische Hoffnung ins Leere läuft, dann ist immer noch Halt da, immer noch Licht, immer wieder neue Kraft. Natürlich leben wir in einer freizügigen und säkularen Gesellschaft, aber alle Eltern sollten sich ihrer Verantwortung den Kindern gegenüber bewußt sein. Kinder NICHT im Glauben zu erziehen ist ganz klar eine Option, aber mit Sicherheit wird diesen Kindern späterhin immer etwas wichtiges fehlen.